3.000 Kulturschaffende fordern: „Uphold culture in the EU budget!“

„Eine Einigung ist unerlässlich“, schreibt der Präsident des Europäischen Rates Charles Michel vor dem Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs am 17. und 18. Juli 2020, auf welchem EU-Haushalt und -Konjunkturpaket beschlossen werden sollen.

Ebenso unerlässlich ist eine ausreichende Förderung der Kultur auf EU-Ebene, jetzt und in den kommenden Jahren.

3000 Kulturschaffende und Künstler*innen stehen mit dieser Forderung hinter der aktuellen Petition von Culture Action Europe! Hier kann die Petition mit unterschrieben werden.

Diese Stimmen machen klar: „There is no proper recovery without culture and no culture without proper budget.“

Künstler*innen wie Björk, Marina Abramovich, Agnieszka Holland, Isabel Coixet, Milo Rau, Jean Michel Jarre, Anne-Teresa Keersmaeker und viele weitere fordern die nationalen Staats- und Regierungschefs der EU mit einem öffentlichen Brief lautstark auf, „mutig“ zu sein und in Kultur auf EU-Ebene zu investieren. Lesen Sie den Brief auf der Culture Action Europe Website hier.

Creatives Unite – EU-Informationen über COVID19 Rettungsprogramme

Die Plattform Creatives Unite ging im Mai online und und ist als Plattform für den Kultursektor zum Austausch von Informationen und Best Practice konzipiert. Die Plattform wird vom European Creative Hubs Network und dem Goethe-Institut im Rahmen des Creative FLIP-Projekts betrieben.

Creatives Unite hat sich zum Ziel gesetzt, für den Kultursektor alle Informationen und Initiativen, die als Reaktion auf die COVID-19-Krise in der EU entstanden sind zu sammeln und die Möglichkeit zu bieten, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und auszutauschen.

Am 26. Juni lädt die Plattform zu einem Online-Dialog von Vertretern aus dem Kultur- und Kreativbereich mit Kommissarin Gabriel, dem Europäischen Parlament und dem Rat ein: United for a New Future

Culture Action Europe Generalversammlung

Am 12.06.2020 trafen sich über 90 Mitglieder von Culture Action Europe (CAE) zu einer digitalen Generalsammlung, für Vorstandswahlen und für Absprachen zu weiteren gemeinsamen Initiativen und Prioritäten in 2020.

Der Vorstand berichtete von den Aktivitäten in 2019 und 2020 entlang der strategischen Schwerpunkte von Culture Action Europe:

  • Interessenvertretung für den Kultursektor hinsichtlich der für Kultur relevanten EU-Programme,  aktuell vor dem Hintergrund der Ausarbeitung des neuen Mehrjährigen EU-Finanzrahmens 2021-2027 (MFF) und  insbesondere für eine angemessene Ausstattung auch der Kultur mit dem neuen „Next Generation EU“- Instrument und im Rahmen der „REACT-EU“-Initiative
  • Arbeitsbedingungen im Kultursektor in Europa, mit besonderem Augenmerk auf die Einkommensbedingungen sowie die soziale Absicherung von Künstler*innen
  • Meinungsfreiheit und kulturelle Rechte, mit dem Ziel der Ausarbeitung von notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen hierzu auf EU-Ebene sowie in Mitgliedsstaaten
  • Künstlerische und kulturelle Forschung, insbesondere die so genannten STEAM-Practices: Science, Technology, Engineering, Arts and Mathematics

Als mögliche neue und begleitende Schwerpunkte kristallisierten sich in den Gesprächen unter Mitgliedern außerdem die Rolle von Kultur für nachhaltiges Handeln und Leben, sowie der – auch durch COVID19 beschleunigte – digitale Paradigmenwechsel im Kultursektor heraus.

Angesichts der COVID19-Pandemie hat Culture Action Europe mit der Europäischen Kulturstiftung ein Mapping erstellt, welches die verschiedenen Hilfsmaßnahmen und Reaktionen zur Unterstützung des Kultursektors in den Mitgliedsstaaten sammelte. Mit allen Mitgliedern wurden begleitende Gespräche geführt.

An die politische Ebene wandten sich CAE und seine Mitglieder mit mehreren Briefen, zum einen um zu klären, wie Begünstigte des Programms Creative Europe aktuell mit den durch COVID19 bedingten Herausforderungen umgehen können und sollen, zum anderen aber auch, um weiterhin dafür einzutreten, das Budget für Creative Europe im neuen MFF zu verdoppeln.

Was das in Zahlen heißt: Von dem vor geraumer Zeit von der EU-Kommission für Creative Europe vorgeschlagenen Budget für 2021-2027 ist mittlerweile wieder nur noch ein geringerer Betrag von 1,5 Milliarden im aktuellen MFF-Vorschlag enthalten. Würde man diesen Betrag nun tatsächlich verdoppeln, würde das Gesamtbudget für Creative Europe 2021-2027 immer noch weniger als 0,4% des neuen Aufbauinstruments „Next Generation EU“ entsprechen!

Simona Neumann (Geschäftsführerin von Timisoara 2021 – European Capital of Culture) wurde erneut in den Vorstand von Culture Action Europe gewählt. Weiterhin beworben hatten sich Celia Grau (Opera Europa Advocacy Coordinator) und Teemu Mäki (IAA Europe).

Weitere Informationen, Tagesordnung und in naher Zukunft auch weitere Berichte zur Generalversammlung auf der Website von Culture Action Europe.

Kultur in der EU stärken

Forderung nach einem zentralen Platz für Kultur im EU-Budget der nächsten Jahre

Trotz seiner historischen Relevanz geht der von der Europäischen Kommission am 27. Mai vorgelegte überarbeitete Vorschlag für einen mehrjährigen Finanzrahmen der EU zu anspruchslos mit der Kultur um. Nun müssen die Mitgliedstaaten zeigen, dass sie in ihrer vorausschauenden Strategie für Europa die Kultur nicht außen vor lassen.

Vor der Tagung des Europäischen Rates am 19. Juni fordern Culture Action Europe und auch die Mitglieder des Europasekretariats Deutscher Kultur-NGOs deshalb die EU-Mitgliedstaaten auf:

  • Verdoppeln Sie das Budget von Creative Europe auf 2,6 Milliarden Euro als Kernprogramm zur Stärkung der kulturellen Zusammenarbeit in Europa.
  • Stellen Sie sicher, dass die zusätzlichen Mittel aus dem „Next Generation EU“- Instrument und der „REACT-EU“-Initiative auch die Kulturakteur*innen erreichen.

There will be no real recovery for Europe if culture is left behind.“

Lesen Sie hier die gesamte Stellungnahme und schließen Sie sich den Forderungen an.

Offener Brief zum Neustart der Spielstätten

PEARLE* Performance Europe, der Arbeitgeberverband im Bereich der Musik und der darstellenden Künste hat aus Anlass des heutigen Treffens der Kulturminister in einem offenen Brief darauf hingewiesen, dass im Zuge der Wiedereröffnung von Spielstätten nicht nur die Obergrenze der Zuschauer sondern gleichermaßen auch die Größe der Spielstätten in die Regelungen aufgenommen werden muss. Angemahnt wurden einheitliche Regelungen für klare Kommunikation mit dem Publikum und eine Berücksichtigung der zu erwartenden Einnahmeausfälle aufgrund zu begrenzender Platzkapazitäten.

Erklärung der EU-Kulturminister: Kultur in Zeiten der Covid 19-Krise

Die kroatische EU-Ratspräsidentschaft hat am 1. Mai eine Erklärung zur „Kultur in Zeiten der Covid 19-Krise“ vorgelegt. Alle europäischen Kultur- und Medienminister*innen mit Ausnahme von Ungarn tragen die Erklärung mit und fordern, dass die auf EU-Ebene geplanten Hilfen aus den Fonds und Programmen auch die Kultur und die Medien erreichen müssen. Initiiert wurde die Erklärung von der deutschen Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Die Erklärung verweist auf die Notwendigkeit gemeinsamer Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene für die koordinierter Hilfe an den Kultursektor in der Phase des Neustarts und der Erholung. Künstler*innen seien das Rückgrat unserer Kultur und verdienen besondere Beachtung, heißt es in der Erklärung. Das Förderprogramm „Kreatives Europa“ solle so flexibel wie möglich ausgestaltet werden.